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  Fotos: Jens Florschütz  www.fotobauart.de
     


Jens-Paul Wollenberg und "Chelesta" vereinigten sich
im Hanseat zum "Ex.ces"
Wilde Hinterhofpoesie aus Absurdistan


(...) Das Klangprojekt vereinigte auf skurrile Art Chansons, Rock, Blues, Jazz und Klezmer, garniert mit beißender und unverblümter Gesellschaftskritik, zu einer Hommage an die französischen Poeten und ewig Unangepassten aller Zeitalter. Eine Mischung, die gut ankam, wie der Applaus der Besucher zeigte (...)
Jens-Paul Wollenberg, 1952 in Speyer am Rhein geboren und diesseits der ehemaligen innerdeutschen Grenze in Quedlinburg aufgewachsen, ist ein Unikum für sich. In seinen sozialkritischen Texten nahm er am Sonnabend kein Blatt vor den Mund - wie schon zu DDR-Zeiten, als die Behörden seine Bands immer wieder verboten. (...)
Begleitet von Tuba, Akkordeon, Trompete, Schlagzeug oder Bassgitarre schleuderte der 53-jährige "Hinterhof-Poet" seine wilden Verse ins Hanseat ("Wenn die Eule dreimal schreit, ist auch der Satan nicht mehr weit").
In derber, vulgärer Sprache erinnert Wollenberg an die letzte Stunde der Gehängten ("Exzess am Galgenmast") oder die Zwangsprostitution in deutschen Armensiedlungen ("Warum legt dich deine Mutter in Spermabutter in die Babyklappe?").
Der "Großmeister des Absurden" hat nichts von seiner Wirkungskraft eingebüßt.
(Torsten Adam, Volksstimme Salzwedel, 29.11.2005)


Schiere Lust am Morbiden
Neues Leipziger Musikprojekt feiert Debüt-Album in der MB


Gesicht und Name von Jens Paul Wollenberg finden sich auf dem Titel.
Die Texte sind von Louis Aragon, Eugene Pottier (ja, der Dichter der Internationale ...), vor allem aber Wollenbergsche Nachempfindungen von Francois Villon.
Die Poesie dieses großen Dichters und Ganoven, der im Paris des hohen Mittelalters als Verfemter am Bodensatz der Gesellschaft gelebt und diesem mit seinen deftig-lasterhaften Balladen ein Denkmal gesetzt hat, scheint Wollenbergs Oevre von Beginn an zu durchziehen. Vielleicht ist einer des anderen Reinkarnation in Zeiten der Industriegesellschaft?

Ein neues Wollenberg-Album also?
Tatsächlich hatte Wollenberg noch nie ein komplettes Programm mit Villonschen Texten gemacht. Doch er hatte es schon lange vor. Irgendwann erlebte er eines Tages die Tacheles Klezmer Company, deren Spielfreude ihn schier mitriss. Vielleicht diese Musiker mal fragen, so dachte er bei sich, ob sie nicht Lust hätten, mit ihm den französischen Poeten hinterher zu lauschen? Erst später wohl wurde ihm klar, worauf der sich da einließ.

Tacheles waren selber in einer Metamorphose begriffen, streiften gerade die allzu einengenden Klezmer-Häute ab und standen schon kurz später als "Chelesta" wieder auf den Bühnen. Strotzend vor Ideen und Selbstbewusstsein, wild entschlossen, kein musikalisches Experiment auszulassen. Schon bald war klar: Das Modell "Chansonnier mit Begleitband" würde hier nicht aufgehen; mit diesem verrückten Haufen musste er in Gänze verschmelzen. Und so ist "Zahn um Zahn" in gewisser Weise tatsächlich das fünfte Album des sinistren Chansonniers Jens Paul Wollenberg geworden.

Vor allem aber ist es das erste Werk einer neuen Formation namens ex.ces. Die Texte sind nach wie vor aus Wollenbergscher Feder oder in seinem Duktus, musikalisch haben jedoch seine vier neuen Kollegen derart Feuer unterm Kessel gemacht, dass die ganze Chose wie ein D-Zug durch die Boxen donnert. Denen ist nichts heilig, jeder hat spinnerte Ideen dazugefügt, der Parforceritt hetzt von Rock bis Barock, von Polka bis Jazz. Das Ganze hat jedoch System, auch herkömmliche Melodien sind durchaus erlaubt und werden mit Inbrunst intoniert. Das anarchistische Element, die schiere Lust am Morbiden, kommt vor allem aus den Texten. Und Wollenberg wird darauf achten, dass diese auch im turbulentesten Soundgewusel noch schön verständlich bleiben.
(Peter Matzke, LVZ, 06.07.05)



Leben ins Gesicht gespien

Der einzig wahrhafte Gossen-Rimbaud, Jens-Paul Wollenberg, hat seine musikalischen Mitstreiter von ex.ces zusammengetrommelt und ein bittersaures Stück Straße in die Rillen gestampft. Texte von Villon, Pottier und aus des Wollenbergs Schreibkiel, dazu Polka, Klezmer und Jazz - verrauchte, zerstörerische Musik für die Zeitenwende.
Das Abendland kippt in den Müllschlucker der Geschichte, und Wollenberg singt das Gnadenlied dazu. "Zahn um Zahn" ist der silberne Rundling benannt und setzt den durch den Rost Gefallenen unserer Zeit ein grandioses Denkmal: Verkrätzt, verhaftet und ausgespieen.
Volly Tanner, BLITZ!, 06/05



Einsamer Wolf mit Schnaps im Herzen


Wenn man bleibende Musik schaffen möchte, darf (und sollte) man sich auch quer durch die Jahrhunderte bedienen. Ein Tröpfchen Polka, etwas Klezmer, dazwischen Blues, Funk und Jazz getupft und das Ganze gewürzt mit einer vom Leben zerkratzten Stimme. Die Musiker von Chelesta holten sich dafür die unbestritten charismatischste der Stadt – die von Jens-Paul Wollenberg, Ex-Briefträger, Asphaltbohemien und morbide Schönheit.

Ein Gossentorero, mit Mantel, Schal und Hut und Rauch und Schnaps im Herzen.

In dieser künstlerischen Formation heißt das Klangprojekt dann ex.ces und das Produkt „cross over chanson". Und präsentiert am Samstag im UT Connewitz einen ersten viertiteligen Sil- berling. Wuterfüllte, sensible Texte des unangepassten Barden und Mörders Francios Villon, umgearbeitet für das Instrumentarium von Birgit Fleischfresser (akk, piano, git, voc), Michael Glucharen (tromp, pos, piano, git, voc), Mike Meyer (tuba, bass, voc) und Daniel "Jack" Wolf (dr, perk, piano, voc). Songs, die von der tiefen Zerissenheit des fühlenden Individuums erzählen, von Schmerz und Zweifeln und von der Liebe. Lieder, die da heißen „Wurzelhaar und Tier- gesicht" oder „Rendevous in Einzelhaft". Über und zwischen allem Wollenbergs irrer Gesang, immer mit einem Bein in der Ausnüchterungszelle und mit dem anderen im Irrenhaus.

Es schmeckt nach Sonntag Nachmittag, wenn Jens-Paul, der ewig einsame staubige Wolf mit dem zerzausten grauen Fell, die Augen geschlossen verdorrt geglaubte Saiten zum Klingen bringt. Wollenberg entzieht sich jeder Schublade, er hat Hammer und Nägel in der Stimme. Grausam und mit dem Charme einer zu dreivierteln geleerten Weinbrandflasche auf einem klebrigen Eichentisch zerrt die Band die Hörer in immer neue Fallen.
Ein Vergnügen auf CD, doch live künstlerisches El Dorado.
Volly Tanner, LVZ, 9.2.05



Villon im Rockkonzert

(Interview, gekürzt ...)
anhören

Als „Großmeister des Absurden", „Folk-Bukowski" und „Künstler voller Wut und Liebe" wird er bezeichnet. Der Leipziger Jens-Paul Wollenberg. In seinen Programmen werden Horizonte gebogen, Klischees aufgehoben und Schubladen zugestoßen. Eine Weile war es relativ ruhig um den 52jährigen – seit einiger Zeit arbeitet er aber an seinem neuen Projekt ex.ces.

Juliane Maresch hat ihn getroffen.

Lieder spinnt er. Jedes Wort ein Faden. Er verwebt Zärtliches mit Bitterbösem. Berührendes mit brachialer Verzweiflung. Jens-Paul Wollenberg ist ein Poet, ein Zauberer, ein Meister des Skurrilen. Seine Lieder handeln von Schweinewahn und Rinderpest, von edlen Menschenrotzern und Schimmelblumen. Dazu vereinen sich traumhaft schöne Chansonharmonien mit düster schrägen Klängen und der donnernden Urgewalt seiner Stimme. Doch inmitten dieser Urgewalt blickt Wollenberg immer auch schalkhaft spöttisch auf sich selbst.

Jens-Paul Wollenberg:
„Selbstironie spielt in meinen Texten auch eine sehr große Rolle, weil durch Selbstironie kann man an sich nur dieses Leben bestehen. Also ich bin nun keiner der jammert oder unbedingt auch auf die Barrikade geht. Ich bin der Meinung, wenn man sich selbst nicht ganz so ernst nimmt, erreicht man viel mehr."


Auf der Bühne steht der Meister in einem Poetengewand aus schwarzem Samt. Die langen Haare von einer Mütze bedeckt. Er singt weniger, vielmehr röhrt, röchelt, schrillt und stöhnt er. Dabei reißt er die Augen unter den kauzigen Brauen weit auf und windet sich zum Publikum. Das ist fasziniert. Gebannt verfolgt es, wie Wollenberg sich durch seine Verse wütet und dabei immer wieder tiefen Sinn aus wüstem Wortgefetz heraus seziert.

Zeitlose Themen sind es, die den 52jährigen Liedermacher beschäftigen: Die Liebe, das Leben, die Menschen und das ewig Wiederkehrende. Und dazwischen auch mal ein Lobgesang auf den irischen Whiskey und immer wieder die Auseinandersetzung mit sich selbst und seinen Ängsten:

Jens-Paul Wollenberg:
„Ich habe vielleicht Angst vor mir selbst, ja. Ich weiß ja nie was ich mache. Welches Homo sapiens ist nicht ängstlich. Ich weiß nicht ob George Bush zum Beispiel Angst hat vor sich selbst …"

Lachen.

In der Leipziger Szene ist der schräge Chansonier in den letzten Jahren zu einer festen Größe geworden: Er erarbeit Liedtheaterprojekte, schreibt ein Buch und ruft die Veranstaltungsreihe „Ostwind" ins Leben, in der er osteuropäische Musikkultur präsentiert. Er bringt einige Platten heraus und ist zwischendurch immer wieder als Straßenmusiker unterwegs. Einige Lieder kürt der SWR auf seiner Liederbestenliste zum Platz 1, so z. B. „Zug der Verdammten".

In seinem neuesten Projekt ex.ces, vertont er Balladen des französischen Dichters Francois Villon. Schon immer inspirierten ihn die jahrhunderte alten Texte des berühmten Vagabunden, die für ihn nicht an Aktualität verloren haben:

Jens-Paul Wollenberg:
„Ich seh' da wieder Parallelen zu heute: Wohlstand, Armut, Hartz IV und diese unsterbliche Poesie, diese kraftvolle Sprache. Ich bezeichne Villon als ersten größen Songwriter, Villon hat damals schon den Rock´n´Roll erfunden."


Jetzt huldigt er ihm gemeinsam mit der Leipziger Band Chelesta.
Ex.ces, der Name ist Programm – für Jens-Paul Wollenberg ist es sein, wie er es nennt – „rockigstes" Projekt.

In nächster Zeit wird eine CD entstehen und natürlich wollen die Musiker auf Tour gehen (...)
Juliane Maresch, Radio mephisto 97.6, 15.2.05



Record Release Party in der Moritzbastei

Seit geraumer Zeit treibt Jens-Paul Wollenberg schon als Chansonier sein Unwesen. Und was man vielleicht schon geahnt hat und nicht wahrhaben wollte wird nun zur Gewissheit, seine Wesensverwandschaft zu Francois Villon. Ein gebildeter Vagabund aus dem Paris der Jahre 1431-1463, welcher durch Begnadigung dem Galgen entging.
Jens-Paul Wollenberg nun nimmt sich der mittelalterlichen Themen an, die nach 550 Jahren noch nichts an Aktualität verloren haben und baut daraus sehr authentische Interpretationen.
Umrahmt werden die von Wollenberg ins deutsche übertragenen Gedichte von der Band ex.ces. Diese spielt ein tanzbares Kreuzüber aus Balkanfolklore, Chanson und rockigem Jazz mit ordentlichem Drive. Die Band selbst ist auch keine unbekannte mehr. Treibt sie doch bereits unter dem Namen Chelesta ihr Unwesen auf den Konzertbühnen des Landes.
Wem das alles nun zu diffus beschrieben ist, sollte sich die Release-Party zum erscheinen der CD: ‚Zahn um Zahn’ nicht entgehen lassen. Die von Jens-Paul Wollenberg dramatisch zelebrierten Texte und die harmonischen Arrangements von ex.ces ergänzen sich zu einem Guss. Das ist eigenständig und hat allein schon durch die Gestaltung Wollenbergs Charisma. Schade nur, dass man das Leipziger Original Jens-Paul auf der Silberscheibe nicht sehen kann.
Deshalb: nur Live gibt’s das ganze Programm dann auch in Farbe.
Jens Florschütz,
L.E. Nightflight, 25.5.05


Zahn um Zahn: Neues Wollenberg-Projekt ex.ces hat ‘ne Scheibe
Er ist nicht tot zu kriegen. Er steht immer wieder auf. Er ist wie sein großes Vorbild Francois Villon - ein Widerborstiger, Unangepasster. Wollenberg eben, 52 Jahre alt, Liedermacher, Autor, Maler. In den letzten Jahren war er mit den wilden Texten der Franzosen praktisch in der Stötteritzer Margerite zu Hause. Der Mann braucht eigentlich keine Kapelle, um sein Publikum zum Zittern zu bringen. Er holt sich trotzdem immer wieder eine dazu. Für sein neuestes Projekt die Gruppe Chelesta.
(www.lizzy-online.de)


JENS-PAUL WOLLENBERG & EX.CES
Zahn um Zahn
(Raumer Records RR 16605)

Man könnte glauben, Francois Villon hat sich leibhaftig in unsere Zeit verirrt, wenn man Meister Wollenberg sieht und singen hört. Wie sein großes Vorbild aus dem 15. Jahrhundert ist der Leipziger Chansonbarde ein Außenseiter der Gesellschaft.
Auf seiner neuen CD präsentiert er mit neuer Band Texte von Villon und Aragon, Eigenes oder Nachempfundenes als Hommage an den alten Dichter. Dabei geht es oft düster und apokalyptisch zu: „Wenn in der Nacht die Eule dreimal schreit, ist schon der Satan nicht mehr weit.“
Das Ganze wird aber nicht von den mittelaltertypischen Gothic-Metal-Klängen begleitet, sondern leicht und locker, funky und swingend.
„Zahn um Zahn“ und „Dejavillon“ kommen jazzig daher, auch Polka, Tango, bretonische Folklore und ein paar Anleihen bei den Doors sind zu hören.
Birgit Fleischfresser (acc), Daniel Wolf (dr), Mike Meyer (b/Tuba) und Michael Glucharen (key/Trompete) überzeugen durch Vielseitigkeit und haben das Feeling für Wollenbergs Liedkunst.
In der Ballade „Rendezvous in Einzelhaft“ zieht der Meister des morbiden Wortes alle Register seines Könnens. Die erotische Beziehung zu einer Mäusefamilie ist beklemmend und rührend zugleich: „Es ist kein Tier zu klein, dass ich ein Bruder könnte sein.“ Leider gehört dieser Liedtext nicht zu den abgedruckten. Dafür findet man im Booklet eine Liste von IM’s, die Wollenberg einst bespitzelt haben. Es waren mit Sicherheit noch viel mehr.
(Reinhard „Pfeffi“ Ständer, Folker! 2/2006)